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Wie organisieren wir Mobilität gerecht?

Bundesverband

SoVD beteiligt sich an Bündnis und fordert unter anderem einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs

Autos im Stau mit Auspuffabgasen
Der zunehmende Autoverkehr in Großstädten macht deutlich, wie dringend wir etwas an unserer Mobilität verändern müssen. Foto: Nady / Adobe Stock

Die Mobilitätswende ist eine der zentralen Herausforderungen, denen sich auch der SoVD stellt. Zu diesem Zweck bringt sich der Verband in einem breiten Bündnis aus Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden und der Evangelischen Kirche in Deutschland ein. In Berlin stellte dieses zivilgesellschaftliche Bündnis nun seine Handlungsempfehlungen vor – mit einer klaren Botschaft: Die Bundesregierung muss dringend aktiv werden, um eine sozial gerechte und ökologische Mobilitätswende zu erreichen.

Es ist möglich, gleichzeitig das Klima zu schützen und die Lebensqualität von Millionen Bürgerinnen und Bürgern spürbar zu verbessern. Darin sind sich die im „Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende“ zusammengeschlossenen Organisation einig. Zu ihnen gehören der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Industriegewerkschaft (IG) Metall, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der Sozialverband Deutschland (SoVD), der Sozialverband VdK Deutschland, die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).

Das Bündnis fordert einen stärkeren sozialen Fokus bei der Mobilitätswende und drängt vor allem darauf, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) deutlich auszubauen. Dabei müssten soziale Dimensionen stärker als bisher berücksichtigt werden und gerade der Bereich Barrierefreiheit mehr Beachtung finden.

Umbau der Verkehrspolitik bietet vielfältige Chancen

Der Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz ist nach Überzeugung der Bündnismitglieder längst überfällig. Gleichzeitig biete der Umbau des Mobilitätssystems die Chance, den unterschiedlichen Bedürfnissen aller Menschen im Land gerecht zu werden: ob Menschen in der Stadt oder auf dem Land, Beschäftigte mit hohem oder niedrigem Einkommensniveau, jung oder alt, gesund oder mit körperlichen Einschränkungen. Außerdem gehe es um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Mobilitätswirtschaft.

Mit ihrem Bündnis wollen die beteiligten Organisationen den gesellschaftlichen Dialog über die Ausrichtung der Verkehrspolitik konstruktiv begleiten.

Von einer Mobilitätswende müssen alle profitieren

SoVD-Präsident Adolf Bauer sagte, der Schutz der Umwelt gehe uns alle etwas an. Ein klimaschonendes Mobilitätsverhalten müsse dabei aber auch für jedermann bezahlbar sein und dürfe nicht zum Luxus werden. Bauer forderte: „Bei allen Maßnahmen müssen die Stärkung der sozialen Gerechtigkeit und vor allem eine gerechte Verteilung der Lasten sowie ein gleicher Zugang zu Mobilität mitgedacht werden. Nur so können wir langfristig eine Mobilitätswende erreichen, von der am Ende alle profitieren.“

In einer gemeinsamen Pressekonferenz warnten NABU und SoVD bereits zu Jahresbeginn, dass bislang vor allem Besserverdienende finanziell von klimaschädlichen Anreizen im Verkehrssektor, wie etwa der Pendlerpauschale, Dienstwagenprivilegien oder Kaufprämien für Neuwagen, profitieren. Das müsse sich endlich ändern.

Donwload der Broschüre des Bündnisses Sozialverträgliche Mobilitätswende